Was ist Epoxidharz?

Epoxidharze (EP-Harze, Epoxy) zählen zu den duroplastischen Kunstharzen. Zusammen mit den Härtern regiert die Harzkomponente durch Polyaddition zu einem Formstoff.

Epoxidharze besitzen im Vergleich mit UP-Harzformstoffen deutlich bessere mechanische Eigenschaften. Sie werden unter anderem als Matrixharze für Faserverbundwerkstoffe in der Luft- / Raumfahrt, Motorsport oder Yachtbau, als Klebstoffe bei Bauteilen mit hohen mechanischen Anforderungen, als Gieß- oder Schaumharz sowie als Bindemittel für Mörtel eingesetzt.

Wir haben uns mit diesem Projekt das Ziel gesetzt, Ihnen die verschiedenen Epoxidharz-Systeme der Fa. SICOMIN mit Hinblick auf die Verarbeitung der Epoxidharze, die Einsatzbereiche der Epoxidharze und Branchen zu erläutern und darzustellen. Zudem gehen wir auf Zertifizierungen der Epoxydharze und Eigenschaften von Epoxidharzen ein. Hierfür haben wir die verschiedenen Epoxidharzsysteme diesen Kategorien zugeteilt.

 

 

Was sind…?

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Das Epoxidharz reagiert zusammen mit den entsprechenden Härtern in einer Polyadditionsreaktion aus. Um die bestmöglichsten Eigenschaften des Endproduktes zu erreichen, sollten daher die angegebenen Mischungsverhältnisse eingehalten werden. Abweichungen ergeben spröde (Überhärtung), weiche (Unterhärtung) und vor allem weniger beständige Harzformstoffe.Bei der Härtung unterscheiden wir grundsätzlich zwischen Kalt-und Warmhärtung.
Bei der Kalthärtung reagieren Harz und Härter bereits bei Umgebungstemperatur und härten vollständig aus. Durch ein späteres Tempern (Nachhärtung bei erhöhter Temperatur) können die Eigenschaften des Epoxidharzes positiv verändert werden.
Bei der Warmhärtung startet die Aushärtung erst bei höheren Temperaturen, meist ab ca. 80°C. Dadurch sind u.a. kurze Produktions- / Taktzeiten möglich, was vor allem für eine industrielle Serienproduktion interessant ist.
Diese Harzsysteme schäumen während der Reaktionsphase definiert auf, so dass als Endprodukt Epoxidschäume mit definierten Dichten von z.B. 170, 250, 400 oder 600kg/m³ entstehen (Schaumharz).
Hierbei werden die positiven Eigenschaften der Epoxidharze genutzt, um Hartschäume mit besonders guten mechanischen Eigenschaften zu erhalten.

Interessant ist die Möglichkeit, mit solchen Schäumen mehrdimensionale Bauteile als Gießling (und damit erhebliche Fräskosten und Abfall an Platten- oder Blockmaterial sparend) herzustellen oder gleich mit dem Schäumprozeß die vorhehergehenden Arbeitsgänge, Einbringen von Gelcoat und Faserverstärkungen in “Nass-in-Nass-Verfahren” miteinander verbinden zu können. Die damit verbundene Kombination aus Schäum- und Klebevorgang erspart ebenfalls Zeit und Arbeit.

Die PB-Epoxyschäume entwickeln keinen hohen Druck, was den Formenbau erheblich vereinfacht und Verformungen der Außenhaut oder -Schichten vermeidet; insofern sind auch Kombinationen mit Thermoplasten bspw. mit dünnen PVC- oder PET-Schichten möglich.

Die Verarbeitung mittels Handlaminat stellt das einfachste und älteste Herstellungsverfahren für Faserverbundbauteile und Epoxidharz dar (Laminierharz). Darunter versteht man das imprägnieren der Verstärkungsfasern mit der Epoxidharzmatrix durch Rolle, Pinsel, Gummispachtel und evtl. Entlüftungswerkzeugen. Teilweise wird auch ein nachträgliches Vakuum aufgesetzt, um die Qualität der Laminate noch zu erhöhen.

Unter Laminierharzen verstehn wir also solche Epoxidharz-Systeme die vornehmlich in dieser Weise verarbeitet werden. Teilweise können diese aber, aufgrund bestimmter Eigenschaften, trotzdem auch für andere Anwendungen und Verarbeitungsarten geeignet sein.

Als Gelcoat bezeichnet man spezielle Oberflächenharze, welche z.B. als Formoberfläche oder Außenseite eines Faserverbundbauteiles spezielle Anforderungen erfüllen müssen.
Meist geht es hier um eine besonders hohe Oberflächengüte (Porenfreiheit, Kratzfestigkeit, UV-Beständigkeit, Farbgebung), was durch die Zugabe von diversen Füllstoffen in der Produktion der Gelcoats erreicht wird.

Gelcoats werden meist als erste Schicht in eine Form eingebracht. Nach der Entformung des Bauteiles ist die Oberfläche dann direkt “Fertig”.  Ein nachträgliches Aufbringen von Gelcoat auf eine Oberfläche ist immer mit diversen Schwierigkeiten behaftet, da aufgrund der hohen Viskosität glatte Oberflächen nur mit viel handwerklichen Aufwand zu erreichen sind.

Für die Verarbeitung von Epoxidharz-Systemen mittels Vakuuminfusion oder Harzinjektion (RTM – Resin Transfer Moulding) werden spezielle Harzsystem mit einer besonders niedrigen Viskosität eingesetzt (Infusionsharz).

Bei beiden Verarbeitungsverfahren werden trockene Faserhalbzeuge oder Sandwichaufbauten mittels eines Druckgefälles im Werkzeug mit dem Epoxidharz getränkt. Das Durchträmkungsverhalten der Faserlagen beim Durchströmen des Epoxidharzes hängt u.a. maßgeblich von der Viskosität des Harzsystems ab.
Die hier eingestzten System haben meistens Mischviskositäten von < 350 mPas. Als Einzel- und Großhandel können Sie bei uns Epoxidharz kaufen.

 

 

Epoxidharz Hersteller

Wir haben für Sie eine übersichtliche Liste der Epoxidharz Hersteller in Deutschland erstellt. Die Liste zeigt das Produktsortiment der Epoxy Hersteller auf und das Liefergebiet der verschiedenen Epoxidharz Lieferanten. Wir führen Epoxy Lieferanten auf, die ausschließlich Großmengen für den industriellen Bereich anbieten, aber auch Epoxidharz Produzenten, die kleinere Mengen an Epoxidharz vertreiben. Konzerne wie BASF, DOW und Huntsman liefern in der Regel Großbestellungen von hunderten Tonnen Epoxidharz an Großkunden aus, Hersteller wie SICOMIN, Ebalta und Sika liefern auch geringere Mengen an Epoxidharz aus.

Häufige Fragen zur Epoxydharzen

In unserer FAQ Sektion beantworten wir häufige Fragen zur Verarbeitung von Epoxydharzen und den Eigenschaften von Epoxydharzen. Hier finden Sie die bisher beantworteten Fragen: