Tisch mit Epoxidharz herstellen (Anleitung)

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Tisch mit Epoxidharz herstellen (Anleitung)

Mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie einen Tisch mit Beleuchtung (Rivertable) mit Epoxidharz herstellen können.

Hier können Sie die Anleitung zur Herstellung eines Tisches mit Epoxidharz als PDF Datei (5 MB) herunterladen.

Epoxidharz-Tisch: Video Endergebnis

Folgende Vorbereitungen sollten Sie treffen

Arbeiten Sie auf einer Arbeitsplatte, den Untergrund und den Bereich rund um die Arbeitsplatte sollten Sie mit Folie aus Polyethylen abdecken. So schützen Sie die Arbeitsumgebung gegen eine Verschmutzung durch Harzspritzer.

Holzbohlen für Epoxy TischListe des benötigten Materials

 


1. Waldkante von Bohle entfernen

Entfernen Sie die Waldkante, Pilz- oder Wurmbefall lässt sich so evtl. erkennen. Soll die Waldkante erhalten bleiben, müsste alternativ eine besondere Kantengestaltung eingeplant werden, die gleichmäßig und eben zueinander eine Gießhöhe garantiert. Das ist in unserem Beispiel nicht so.

2. Waldkante versiegeln

Waldkanten können mit dem Epoxidharz SR Surf Clear EVO und Härter SD SC EVO MED vorimprägniert und versiegelt werden. Dies vermeidet eine zu hohe Harzaufnahme und ein Ausgasen des Holzes, der Auftrag erfolgt mit einem  Pinsel. Das SR Surf Clear EVO reagiert recht schnell und könnte oder sollte, je nach Umgebungstemperaturen “Nass in Nass“ verarbeitet werden (Handschuhtest) „Fingertest“: dabei muss mit dem „Drauftupfen“ immer noch Material der vorher aufgetragenen Schicht am Handschuh-Finger sichtbar sein; ist das nicht der Fall, unbedingt vor dem nächsten Harzauftrag mit Korn P80 bis 120 anschleifen.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Waldkante versiegeln

Endes des Tischs abdichten

3. Tischenden abdichten

Um ein Wegfließen des Gießharzes zu verhindern, werden die beiden Kopfenden mit angepassten Kopfteilen aus Holz, Kunststoff, starker Pappe, etc. abgedichtet.

Die Kopfteile können mit einer flexiblen Dichtmassen z.B. MS- Polymer UNICOL eingepasst und vollständig abgedichtet werden.

Kopfteile aus Pappe oder Holz sollten mit einer selbsttrennenden PE-Folie (auch Paketklebeband, Frischhaltefolie o.ä.) abgedeckt oder mit Trennmittel oberflächlich behandelt werden, damit die Begrenzungen später einfach, und ohne am Harzgemisch  anzuhaften, entfernt werden kann. Sorgt man nicht sorgfältig für eine Trennung, spielt das Harz seine hervorragende Klebeeigenschaften im negativen Sinne aus!

 

4. Holzbohlen ausrichten

Beide Bohlenhälften so gleichmäßig und eben zueinander ausrichten, so dass eine einheitliche Gießhöhe des Harzes garantiert ist. Gleiches gilt auch für andere, geometrisch unterschiedliche Formen und Materialien. Unabhängig davon, ob der Tisch rund oder rechteckig wird: um eine ebene Oberfläche zu erreichen, ist das allseitige und waagerechte Ausrichten der Gießobjekte nötig!

Bohlen ausrichten

 

5. Einfüllen von Kiesel und Moos im mittleren Bereich

Bei diesem Beispieltisch wurde das zu füllende Volumen, der eigentliche “River“ durch weißen Zierkies und Moos gefüllt.

Bei leichten Gegenständen, die nach eigenem Ermessen durchaus mit eingegossen werden können, empfehlen wir, diese vorab am Boden zu fixieren, da diese – durch das schwerere Harz angehoben – sonst aufschwimmen.

Wichtig: Alle Gegenstände, die mit vergossen werden sollten, müssen vor dem Gießen trocken, dies gilt besonders für organische Gegenstände wie z.B. Blumen, Gräser oder das hier verwendete Moos.

Kiesel und Moos einfüllen

 

6.1. Einfüllen des Harz- / Härtergemisches in den Mittelraum in mehreren Teilschritten von ca. 1-3 cm Schichtdicke

Achtung: Mischungsverhältnis Harz und Härter genau einhalten, (Waage einsetzen) gut verrühren und vermischen; Ansätze sofort verarbeiten; „Nass in Nass“ arbeiten (bei Handschuhtest  immer noch Material am Handschuh zeigend) ansonsten nach Aushärtung anschleifen.

WICHTIG: Die Harzkomponente ist gewöhnlich etwas zähviskos und – so, wie normalerwiese vorgegangen wird – wird dieses zuerst in das Mischgefäß eingegeben. Jedoch mischt sich dessen Bodensatz meist nur teilweise mit dem Härter! Daher von einem Anmischgefäss aus vor dem Vergießen das sorgfältig gerührte Harzgemisch zunächst in ein anderes Gefäss umgießen. Dann erst die letzten Reste aus dem Anmischgefäß herauskratzen oder herauslaufen lassen und diese dann nochmals im Harzgemisch mit einrühren! Niemals mit einem Pinsel oder Rührstab die Bodenreste aus dem Anmischgefäß in ein Gießteil laufen lassen oder oberflächlich auftragen.

Immer Nitril-Einmalhandschuhe tragen! Aushärtung je nach Umgebungsbedingungen einige Stunden oder auch 1 bis 7 Tage!

Füllen Sie das Epoxidharz und den Härter ein

 

6.2. Einfüllen des Harz-/Härtergemisches in den Mittelraum! Hier: in mehreren Teilschritten von ca. 1 cm Schichtdicke

Achtung: Der Vorteil der “Nass in Nass“ Methode ist das schnelle „hintereinander wegarbeiten“ der Schichten.

Es muss nicht gewartet werden bis die vorherige Schicht ausgehärtet ist, im Gegenteil, der so entstehende chemische Verbund ist bei dieser Methode am besten. Ein weiterer Vorteil ist, dass zwischen den Lagen keine Schleif-Kratzer entstehen, da man die Fläche sonst anschleifen müsste.

Eünfüllen des Epoxidharzs und Härter

7. Mit Harz aufgefüllter Mittelbereich des Tisches

Mittelbereich Tisch

 

8. Tischplatte nach Aushärtung, Entformen und Schleifen

Tisch nach Aushärtung, Entformen und Schleifen

 

9. Vorbereitung Oberflächen Finish

Tisch Oberflächen-FinishAbschließend wird die Oberfläche der final gewünschten Optik vorbereitet.

Bleiben die Holzteile, wie in diesem Fall, natur-belassen, ist ein Schliff mit Korn 180 ausreichend. Der Mittelteil mit dem „Epoxy-River“ ist schon aufwändiger. Abhängig vom Glanzgrad der erreicht werden soll, startet die Bearbeitung bei Korn 180/240/360/400/600/800. Ab Korn 1000 kann gerne auch nass geschliffen werden.

Den Abschluss bildet dann das Polieren für ein entsprechendes Hochglanz-Finish.

 

 

10. Tisch mit montiertem Untergestell

Tisch mit montiertem Untergestell

11. Versiegeln der Oberfläche

Versiegeln der ÖberflächeDie Holzteile dieses Tischs sollten natur- belassen bleiben: hier wurde die Holzoberfläche nach einem Feinschliff lediglich mit einem Hartölwachs versiegelt, was optisch keinen Absatz zum ausgehärteten Gießharz zeigt.

Alternativ lässt sich bspw. der aus dem Boots- und Yachtbau kommende zwei-komponentige seiden- bzw. glänzende Klarlack VA2 von Nautix, oder der aus der Luftfahrt stammende in „tiefstmatt“ bis hochglänzende Clear Master UVR von Nemo Coatings einsetzen.

 

 12. Alternatives Individualisieren

Als leuchtende „Highlights“ lassen sich- wie hier- optional auch indirekte Beleuchtungen mit eingießen wodurch solch ein Tisch  nochmals eine besondere Optik erhält. Je nach Lichtquelle entstehen so besondere Stimmungen und Effekte, zu sehen auch im Video ganz oben.

Zwecks farbiger Effekte können dem Harzgemisch auch diverse Farb- oder Metallic-Pigmente hinzugemischt werden.  Beachten Sie hier unsere neuen Fluo- oder Metallic Pigment-Pulver!

Wichtig: diese Färbemittel dem Harz oder dem Harz/Härter-Gemisch beimengen, nicht dem Härter!

Alternatives Individualisieren des Tisches

 

Anleitung zur Herstellung des Tisches als PDF downloaden

Hier können Sie diese Schritt für Schritt Anleitung als PDF Datei herunterladen: 4,9 MB.

 

2 Comments

  1. Angelique 4. Dezember 2018 um 22:30 Uhr - Antworten

    Toller Artikel, ich will diese Idee schon lange umsetzen. Nächsten Sommer zum Umzug solls dann auch soweit sein!
    Wie dick sind denn die hier verwendeten Holzbohlen?

    Liebe Grüße
    Angelique

    • Thomas Hepenstrick 7. Dezember 2018 um 10:04 Uhr - Antworten

      Hallo Angelique,

      bei diesem Tisch wurden 30mm starke Bohlen verwendet, mit mehr Materialstärke wirkt die Platte nochmal ganz anders, noch plastischer.
      Zur Bemessung der Harzmenge dient die Faustformel, „je Quadratmeter und je Millimeter Schichtstärke = 1 fertig gemischtes KG Harz/Härter.
      Gerne stehen wir bei weiteren Fragen zur Verfügung.

      Viele Grüße
      Thomas

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