Tisch mit Epoxidharz herstellen (Anleitung)

Startseite/Epoxidharz/Tisch mit Epoxidharz herstellen (Anleitung)

Tisch mit Epoxidharz herstellen (Anleitung)

Mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie einen Tisch mit Beleuchtung (Rivertable) mit Epoxidharz herstellen können.

Hier können Sie die überarbeitete Anleitung zur Herstellung eines Tisches mit Epoxidharz als PDF Datei (1,7 MB) herunterladen.

Epoxidharz-Tisch: Video Endergebnis

Folgende Vorbereitungen sollten Sie treffen

Arbeiten Sie auf einer Arbeitsplatte. Den Untergrund der Arbeitsplatte mit bspw. PE- Folie abdecken oder mit Trennmittel gegen eine Verklebung des Harzgemischs mit der Arbeitsfläche schützen sowie den Fußboden um und unter der Arbeitsfläche u.a. zum Schutz gegen eine Verschmutzung mittels Harzspritzern.

Holzbohlen für Epoxy TischListe des benötigten Materials

Alternativ können Sie auch folgendes Produk-Set direkt in unserem Online-Shop bestellen:

Gießharz Starter-Set


1. Waldkante von Bohle entfernen

Eine unter Umständen nicht gewünschte Waldkante mittels passender Werkzeug entfernen.

Waldkante entfernen

2. Waldkante versiegeln

Wald- oder Borken-Kanten können zuvor mit dem Epoxidharz SR Surf Clear EVO und Härter SD SC EVO MED vorimprägniert und versiegelt werden. Dies vermeidet eine zu hohe Harzaufnahme und längeres Ausgasen des Holzes; der Auftrag dieser Materialien kann mittels Pinsel erfolgen. Beide Harzsysteme reagieren recht schnell: am besten sollten sie, je nach Umgebungstemperaturen, “nass-in-nass“* verarbeitet  werden.

*: (Handschuh-) „Fingertest“: dabei muss mit dem „Drauftupfen“ immer noch Material der vorher aufgetragenen Schicht am  Handschuh-Finger sichtbar sein; ist das nicht der Fall, das Harzgemisch zunächst aushärten lassen und vor dem nächsten Harzauftrag mit Korn P80 bis 120 anschleifen.

Anleitung Epoxidharz Tisch: Waldkante versiegeln

Endes des Tischs abdichten

3. Tischenden abdichten

Um ein Wegfließen des Gießharzes zu verhindern, werden die beiden Kopfenden mit angepassten Begrenzungen aus Holz, Kunststoff, starker Pappe, etc. abgedichtet.

Diese Begrenzungen  können  mit  einer  flexiblen  Dichtmassen  z.B. MS- Polymer UNICOL eingepasst und vollständig abgedichtet werden.

Kopfteile aus Pappe oder Holz sollten mit einer selbsttrennenden PE-Folie (auch Paketklebeband, Frischhaltefolie o.ä.) abgedeckt oder mit Trennmittel oberflächlich behandelt werden, damit die Begrenzungen später einfach, und ohne am Harzgemisch  anzuhaften, entfernt werden kann. Sorgt man nicht sorgfältig für eine Trennung, spielt das Harz seine hervorragende Klebeeigenschaften im negativen Sinne aus!

 

 

4. Holzbohlen ausrichten

Beide Bohlenhälften so gleichmäßig und eben zueinander ausrichten, dass eine einheitliche Gießhöhe des Harzes garantiert ist. Gleiches gilt auch für andere, geometrisch unterschiedliche Formen und Materialien, die eingegossen werden. Unabhängig davon ob der Tisch rund oder rechteckig wird, um eine ebene Oberfläche zu erreichen, ist das allseitige und waagerechte Ausrichten der Gießobjekte nötig!

Bohlen ausrichten

 

5. Einfüllen von Kiesel und Moos im mittleren Bereich

Bei diesem Beispieltisch wurde das zu füllende Volumen, der eigentliche “River“ durch weißen Zierkies und Moos gefüllt.

Bei leichten Gegenständen, die nach eigenem Ermessen durchaus mit eingegossen werden können, empfehlen wir, diese vorab am Boden zu fixieren, da diese -durch das schwerere Harz angehoben- sonst aufschwimmen.

Wichtig: Alle Gegenstände, die eingegossen werden, müssen unbedingt trocken sein; dies gilt besonders für organische Gegenstände wie bspw. Blumen, Gräser oder auch -wie hier verwendet- Moos.

 

Kiesel und Moos einfüllen

 

6.1. Einfüllen des Harz- / Härtergemisches in den Mittelraum in mehreren Teilschritten von ca. 1-3 cm Schichtdicke

Wichtig: Mischungsverhältnis Harz und Härter genau einhalten, (Waage einsetzen) gut verrühren und vermischen; Ansätze sofort verarbeiten; Nass in Nass arbeiten (bei Handschuhtest  immer noch Material am Handschuh zeigend) ansonsten nach Aushärtung anschleifen.

 

Füllen Sie das Epoxidharz und den Härter ein

 

6.2. Einfüllen des Harz-/Härtergemisches in den Mittelraum! Hier: in mehreren Teilschritten von ca. 1 cm Schichtdicke

Achtung: Der Vorteil der “Nass in Nass“ Methode ist das schnelle hintereinander Wegarbeiten der Schichten.

Es muss nicht gewartet werden bis die vorherige Schicht ausgehärtet ist, im Gegenteil, der so entstehende chemische  Verbund ist bei dieser Methode am besten. Ein weiterer Vorteil ist, dass zwischen den Lagen keine Schleif-Kratzer entstehen, da man die Fläche sonst anschleifen müsste.

 

Eünfüllen des Epoxidharzs und Härter

7. Mit Harz aufgefüllter Mittelbereich des Tisches

Mittelbereich Tisch

 

8. Tischplatte nach Aushärtung, Entformen und Schleifen

Tisch nach Aushärtung, Entformen und Schleifen

 

9. Vorbereitung Oberflächen Finish

Tisch Oberflächen-Finish

Die Aushärtung des Materials kann, je nach Umgebungsbedingung und vergossener Menge einige Stunden oder auch 1 bis 7 Tage dauern!  Empfehlung: eine kontrollierte nachträglicher Erwärmung („Temperung“) erhöht die chemische und thermische Stabilität. Abschließend wird die Oberfläche entsprechend der gewünschten finalen Optik vorbereitet.

Bleiben die Holzteile, wie in diesem Fall, natur- belassen, ist ein Schliff mit Korn P180 als Vorbereitung ausreichend. Der Mittelteil mit dem „Epoxy-River“ ist schon aufwändiger. Abhängig vom Glanzgrad, der erreicht werden soll, startet die Bearbeitung bei Korn 180/240/360/400/600/800. Ab Korn 1000-4000 kann gerne auch nass geschliffen werden.

Den Abschluss bildet bei Bedarf:

1 ) das Polieren für ein entsprechendes   Hochglanz-Finish, oder

2) der Auftrag eines (Klar- oder Farb-) Lacks – siehe dazu Seite 13 die Lacke von NEMO COATINGS oder NAUTIX.

 

10. Tisch mit montiertem Untergestell

Tisch mit montiertem Untergestell

11. Versiegeln der Oberfläche

Versiegeln der Öberfläche

Die Holzteile dieses Tischs sollten natur- belassen bleiben: hier wurde die Holzoberfläche nach einem Feinschliff lediglich mit einem Hartölwachs versiegelt, was optisch keinen Absatz zum ausgehärteten Gießharz zeigt.

Alternativ lässt sich bspw. der aus dem Boots- und Yachtbau kommende zwei- komponentige seiden- bzw. glänzende Klarlack Klarlack VA2 von Nautix, oder der aus der Luftfahrt stammende in „tiefstmatt“ bis hochglänzend erhältliche hochglänzende Clear Master UVR von Nemo Coatings einsetzen.

 

 12. Alternatives Individualisieren

Als leuchtende „Highlights“ lassen sich- wie hier- optional auch indirekte Beleuchtungen mit eingießen wodurch solch ein Tisch  nochmals eine besondere Optik erhält., je nach Lichtquelle entstehen so besondere Stimmungen und Effekte, zu sehen im Video ganz oben.

Zwecks farbiger Effekte können dem Harzgemisch auch diverse Farb- oder Metallic-Pigmente hinzugemischt werden.

Beachten Sie hier unsere neuen Fluo- oder Metallic Pigment-Pulver!  Wichtig: diese Färbemittel dem Harz oder dem Harz/Härter-Gemisch beimengen, nicht dem Härter!

 

Alternatives Individualisieren des Tisches

 

Anleitung zur Herstellung des Tisches als PDF downloaden

Hier können Sie diese Schritt für Schritt Anleitung als PDF Datei herunterladen: 1,7 MB.

Gießharz Starter-Set

 

4 Comments

  1. Constantin 22. Januar 2019 um 12:52 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für die super Anleitung.

    Ich möchte das gleiche mit amerikanischem Nussbaum machen. Der Tisch soll als Esstisch dienen.
    Nuss hat generell ein gutes Stehvermögen. Dennoch bin ich am überlegen, wie ich mich noch zusätzlich gegen Verwerfungen schützen kann.
    – Reicht die Epoxidverbindung damit das Holz „in Form“ bleibt bzw. nicht verdreht?
    – Schreiner verwenden ja gerne Gratverbindungen um das Verwerfen zu reduzieren.

    Inwieweit habt ihr diese Überlegungen bei Eurem Eichentisch mit einbezogen?

    Grüße
    Constantin

    • Thomas Hepenstrick 23. Januar 2019 um 12:03 Uhr - Antworten

      Hallo Constantin,

      die Restfeuchte sollte so bei um die 20% liegen, denn wird auch keine Feuchtigkeit eingeschlossen die später durchaus Probleme verursachen könnte.
      In der Regel reicht die Flankenhaftung durch das Harz aus um den tisch am „Werfen“ zu hindern.
      Wird die Oberfläche später aber n u r geölt oder gewachst, sind Quertraversen sicherlich nicht schlecht.
      Ob diese dann gegratet oder nur untergeschraubt sind, ist nicht mehr so entscheidend.

      Bei unserem Tisch ergab sich die Lösung durch das Untergestell, dieses wurde mit der Aufnahmeplatte eingelassen und verschraubt.
      Diese beiden, über die gesamte Querseite des Tisches gehende Verschraubung, hindert den Tisch daran sich verdrehen zu wollen.

      Traversen können u.U. bei einer zusätzlichen Beleuchtung eher hinderlich sein, aus diesem Grund wurde bei unserem Tisch darauf verzichtet.

      Grüße
      Thomas

  2. Angelique 4. Dezember 2018 um 22:30 Uhr - Antworten

    Toller Artikel, ich will diese Idee schon lange umsetzen. Nächsten Sommer zum Umzug solls dann auch soweit sein!
    Wie dick sind denn die hier verwendeten Holzbohlen?

    Liebe Grüße
    Angelique

    • Thomas Hepenstrick 7. Dezember 2018 um 10:04 Uhr - Antworten

      Hallo Angelique,

      bei diesem Tisch wurden 30mm starke Bohlen verwendet, mit mehr Materialstärke wirkt die Platte nochmal ganz anders, noch plastischer.
      Zur Bemessung der Harzmenge dient die Faustformel, „je Quadratmeter und je Millimeter Schichtstärke = 1 fertig gemischtes KG Harz/Härter.
      Gerne stehen wir bei weiteren Fragen zur Verfügung.

      Viele Grüße
      Thomas

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies für ein besseres Nutzererlebnis und für anonymisierte Webanalyse. Mit der weiteren Nutzung der Website stimmen Sie zu. Weitere Infos in der Datenschutzerklärung. Ok